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SYSTER Analog Scrambling

Wer wie ich in den 90ern regelmäßig Pay-TV geschaut hat – oder es zumindest versucht hat –, kennt dieses Bild: Rauschendes Flimmern, zerrissene Streifen, und mittendrin der geheimnisvolle Decoder, oft mit einer grünen LED und einer Plastikkarte an der Seite. Das war Nagravision Syster, das analoge Verschlüsselungssystem, das eine ganze Ära geprägt hat. Mit Augen zukneifen konnt man schon mehr sehen.

Die Faszination am verbotenen Bild

Ich erinnere mich noch gut: In meiner Kindheit schaltete ich manchmal auf die „verbotenen“ Kanäle, in der Hoffnung, doch ein Bild zu erhaschen. Ohne Syster-Decoder sah man bei Canal+ oder Premiere maximal verzerrte Gesichter, Stimmen klangen blechern, das Bild war ein einziges Kuddelmuddel. Das weckte natürlich Neugier – und spätestens wenn jemand in der Nachbarschaft plötzlich glasklares Bild hatte, war das Gesprächsthema gesetzt.

Wie funktionierte das Ganze eigentlich?

Nagravision Syster war technisch gesehen ein echter Trick: Das Bildsignal wurde nicht einfach „verschlüsselt“ wie heute digital, sondern die Bildzeilen wurden nach einem geheimen Muster vertauscht. Im Klartext: Die Zeilen im analogen PAL-Signal wurden „umgedreht“, sodass aus einem normalen Bild ein Chaos wurde. Nur der passende Decoder, gesteuert von einer kleinen Smartcard, konnte das Signal wieder richtig zusammensetzen.

Die Smartcard war dabei das Herzstück. Sie entschlüsselte einen ständig wechselnden Schlüssel, den der Sender mit übertrug – übrigens im sogenannten VBI-Bereich des Videosignals, also in Zeilen, die im normalen Bild unsichtbar blieben. Nur wer eine gültige, bezahlte Karte hatte, konnte wirklich fernsehen.

Der Reiz des Verbotenen – und der Run auf Selbstbau-Decoder

Was Syster aber wirklich berühmt (und berüchtigt) gemacht hat, war der Kampf gegen die Schwarzseher. Es dauerte nicht lange, bis in Bastlerkreisen Anleitungen für Selbstbau-Decoder kursierten – mit Bauteilen aus dem Elektronikladen um die Ecke. Legendär waren Begriffe wie „Katzenauge“ oder „Bastelkarte“. Ganze Foren und spätere Mailinglisten waren voll mit Tipps, wie man dem System ein Schnippchen schlagen konnte. Rückblickend fast ein Kult.

Die große Zeit von Syster – und das Ende

In Deutschland war Nagravision Syster bei Premiere das Maß der Dinge, bevor das Digitalzeitalter kam. Auch in Frankreich, Spanien und der Schweiz war es das Pay-TV-System schlechthin. Irgendwann aber holte die Zeit das System ein: Mit der Einführung von DVB und digitaler Verschlüsselung war Syster plötzlich von gestern. Die letzten Kanäle in Europa schalteten um 2005 endgültig ab.

Was bleibt: Ein Stück Fernsehgeschichte

Für Technik-Nostalgiker und Sammler ist ein alter Syster-Decoder heute ein begehrtes Stück. Ich selbst habe noch einen im Keller stehen – samt originaler Karte, die natürlich schon lange abgelaufen ist. Aber das leuchtende Licht und das markante Geräusch beim Einschalten: Das ist für viele von uns ein Stück Kindheit und Fernsehgeschichte?! Nein hier ist mein Python Tool , das fast das gleiche kann.

sys SYSTER Analog Scrambling

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