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Warum Passwortregeln versagen: Ein Blick auf die ROBERT-Formel

Psychologie, Semantik und die ROBERT-Formel zur Passwortsicherheit

Viele Menschen glauben, ihre Daten seien sicher, sobald „AES-256“ im Spiel ist.
Doch bei passwortbasierter Verschlüsselung liegt das eigentliche Risiko nicht in der Kryptografie – sondern im Menschen.

Dieser Artikel erklärt warum – und stellt ein theoretisches Modell vor: ROBERT.


Was ist ROBERT?

ROBERT ist kein Tool, kein Angriff und kein Cracker.
ROBERT ist ein theoretisches Modell, das erklärt, warum menschlich gewählte Passwörter vorhersagbare Muster haben – selbst wenn sie lang oder regelkonform erscheinen.

Der Name ROBERT steht für:

Rational
Observation of
Behavioral
Entropy in
Real-world
Tokens

Kurz gesagt:

ROBERT beschreibt die psychologische Entropie menschlicher Passwörter.


Wofür wurde ROBERT entwickelt?

ROBERT wurde entwickelt, um eine Lücke zu schließen:

  • Klassische Sicherheitsmodelle betrachten nur Zeichenräume
  • ROBERT betrachtet Menschen

Das Modell erklärt:

  • warum bestimmte Passwörter extrem häufig sind
  • warum Bedeutung Entropie reduziert
  • warum Passwortregeln oft nicht helfen
  • warum AES mit Passwort nur so sicher ist wie die menschliche Wahl

AES ist stark – aber nur so stark wie sein Eingang

Bei passwortbasierter Verschlüsselung läuft immer derselbe Prozess ab:

Passwort → Key-Derivation-Function (KDF) → AES-Key

Die KDF (z. B. PBKDF2, scrypt, Argon2) kann:

  • Zeit kosten
  • Speicher erzwingen
  • Angriffe verlangsamen

Was sie nicht kann:
Sie kann keine Entropie erzeugen, die im Passwort nicht vorhanden ist.

Formal gilt:

Die effektive Sicherheit eines AES-Systems ist durch die Stärke des Passworts begrenzt – nicht durch AES.


Passwörter sind psychologische Objekte

Ein Passwort ist kein zufälliger String.
Es ist ein psychologisches Kompromissprodukt aus:

  • Merkfähigkeit
  • Bedeutung
  • Emotion
  • Identität
  • Regelkonformität

Menschen wählen keine Zufallszahlen – sie wählen Bedeutung.

Typische menschliche Muster sind:

  • Namen, Partner, Haustiere
  • Marken & Popkultur
  • Orte, Hobbys, Interessen
  • emotionale oder sexuelle Begriffe
  • Jahreszahlen und Daten
  • einfache Strukturmuster („Groß am Anfang, Zahl am Ende“)

Diese Muster sind hochgradig ungleich verteilt.


Semantischer Entropiekollaps

ROBERT bezeichnet diesen Effekt als:

Semantischer Entropiekollaps

Ein Passwort kann formal komplex wirken –
doch durch Bedeutung kollabiert die effektive Entropie.

Länge allein schützt nicht,
wenn Bedeutung dominiert.


Das formale ROBERT-Lemma (vereinfacht)

Sei XXX ein menschlich gewähltes Passwort
und K=KDF(X)K = \mathrm{KDF}(X)K=KDF(X) der daraus abgeleitete AES-Key.

Dann gilt:H(K)H(X)H_\infty(K) \le H_\infty(X)H∞​(K)≤H∞​(X)

Bedeutung:
Die sicherheitsrelevante Entropie des Schlüssels kann niemals größer sein als die des Passworts.

KDF-Parameter erhöhen Kosten – nicht Entropie.


Die ROBERT-Formel (theoretisch)

ROBERT beschreibt menschliche Passwortwahl über mehrere Dimensionen:

  • P(x) – statistische Häufigkeit
  • E(x) – emotionale Bedeutung
  • I(x) – Identitätsbezug
  • S(x) – strukturelle Einfachheit
  • T(x) – zeitlicher Kontext
  • K(x) – kognitive Kosten

Vereinfacht:R(x)=σ(P+E+I+S+TK)R(x) = \sigma\big(P + E + I + S + T – K\big)R(x)=σ(P+E+I+S+T−K)

Je höher der ROBERT-Score, desto menschlich typischer –
und desto geringer die effektive Sicherheit.


Warum Passwortregeln oft scheitern

Viele Regeln erhöhen:

  • Länge
  • Zeichenklassen

Aber sie verhindern keine Bedeutung.

Menschen reagieren mit minimalem Aufwand:

  • Großbuchstabe → vorne
  • Zahl → hinten
  • Sonderzeichen → „!“

Formale Entropie steigt,
psychologische Entropie sinkt.


Wo ROBERT nicht gilt

ROBERT gilt nicht für:

  • zufällig generierte Schlüssel
  • Hardware-RNGs
  • echte CSPRNG-Ausgaben
  • korrekt generierte AES- oder RSA-Keys

Dort existiert:

  • keine Bedeutung
  • keine Emotion
  • keine Identität

Keine Psychologie, keine Vorhersagbarkeit.

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