Die Gamer-Softdrink-Pyramide
Wenn Gamer eine Ernährungspyramide hätten, wäre Wasser irgendwo ganz unten – oft vergessen, selten beachtet. Darüber stapeln sich bunte Dosen, Pulver und Flaschen, die versprechen: mehr Fokus, mehr Energie, weniger Schlaf.
Dieser Artikel ist bewusst kein Gesundheitsratgeber mit erhobenem Zeigefinger. Er ist satirisch, ehrlich und ein bisschen alarmierend. Denn egal ob Dose oder Pulver: Am Ende zahlt immer der Körper.
Die Idee hinter der Pyramide
Je weiter oben ein Getränk in der Pyramide steht, desto höher ist die Belastung durch Zucker, Koffein, Taurin, Farbstoffe und leere Kalorien. Unten steht der gelegentliche Genuss. Oben steht das Durchhalten um jeden Preis.
Bewertet wird nicht ein einzelnes Glas, sondern das typische Konsumverhalten von Gamern: lange Sessions, wenig Bewegung, wenig Schlaf.

Ebene 1 – „Geht klar, Bro“
Sinalco, Mirinda und ähnliche Softdrinks
Zucker ist vorhanden, aber kein Koffein, kein Taurin, kein künstlicher Wachmacher-Effekt. Nicht gesund, aber überschaubar.
Das sind Getränke für entspannte Abende, bei denen man zockt und am nächsten Tag noch halbwegs funktionstüchtig ist.
Ebene 2 – „Daily Driver“
Coca-Cola & Pepsi
Zucker plus Koffein, millionenfach erprobt. Der Standard unter den Softdrinks.
Das Problem ist nicht die eine Cola. Das Problem ist die Gewohnheit. Aus gelegentlich wird täglich – und Zucker wie Koffein schleichen sich unbemerkt in den Alltag.
Ebene 3 – „Jetzt wird’s ernst“
Red Bull & klassische Energy Drinks
Hier kommen Taurin, deutlich mehr Koffein und der bekannte Crash ins Spiel. Kurzzeitig fühlt man sich fokussiert und wach, später müde und gereizt.
Das ist kein Zufall. Das ist Teil des Effekts.
Ebene 4 – „Warum existiert das?“
Flying Horse, Strong Kong und andere Discount-Energys
Extrem süß, billig, kompromisslos. Diese Drinks sind keine Genussmittel mehr, sondern Werkzeuge zum Durchhalten.
Wer sie regelmäßig trinkt, spielt nicht mehr auf Skill, sondern auf Verschleiß.
Neue Kategorie – Pulver & Gamer-Elixiere
Holy Energy, G Fuel, LevelUp & Co.
Kein Zucker, kaum Kalorien, dafür viel Koffein, Süßstoffe und sehr gutes Marketing. Im Vergleich zu klassischen Energy Drinks oft die bessere Wahl – aber nicht harmlos.
Ein Scoop ist meist unproblematisch. Zwei Scoops sind kritisch. Mehrere Portionen am Tag werden schnell zur Dauerbelastung.
Pulver sind keine Rettung. Sie sind Energy Drinks mit besserem Image.
Die Spitze der Pyramide – „Hölle / RIP Herz“
Energy Drinks mischen, mehrere hintereinander trinken oder Energy plus Cola kombinieren.
Hier geht es nicht mehr um Geschmack. Hier geht es darum, Müdigkeit zu übertönen. Der Körper versteht das als Stress – und reagiert entsprechend.
Was steckt wirklich drin?
Die folgenden Werte sind ungefähre Durchschnittswerte pro 100 ml. Je nach Sorte und Produkt können sie abweichen und dienen dem Vergleich.
| Getränk (typisch) | Zucker | Koffein | Taurin | Kalorien |
|---|---|---|---|---|
| Sinalco / Mirinda | ca. 10–11 g | 0 mg | 0 mg | ~40–45 kcal |
| Coca-Cola | ca. 10,6 g | ~10 mg | 0 mg | ~42 kcal |
| Pepsi | ca. 11 g | ~10–11 mg | 0 mg | ~44 kcal |
| Red Bull | ca. 11 g | ~32 mg | ~400 mg | ~45 kcal |
| Flying Horse / Strong Kong | ca. 11–12 g | ~32 mg | ~400 mg | ~45 kcal |
| Energy-Pulver (zuckerfrei) | 0 g | ~30–40 mg | meist 0 mg | ~5–10 kcal |
Warum das für Gamer relevant ist
1 Liter Cola entspricht über 100 g Zucker. Das sind rund 30 Zuckerwürfel.
Energy Drinks liefern auf die gleiche Menge etwa die dreifache Koffeinmenge von Cola.
Pulver sparen Zucker, liefern aber oft gleich viel oder mehr Koffein – ohne klares Stoppgefühl.
In Kombination mit langem Sitzen, Stress, wenig Wasser und Schlaf entsteht eine Dauerbelastung, die man nicht sofort merkt.


